Ratschläge vor der Anschaffung eines Hundes
Allgemeine Informationen um Probleme zu vermeiden
Der Hund ist das älteste Haustier, ca. 15000 Jahre alt. Er ist das Haustier, das von jeher eng mit dem Menschen zusammengelebt hat und noch immer lebt. Haus, Essen und manchmal auch Bett werden geteilt. Er passt sich den unterschiedlichsten Gewohnheiten, Lebensumständen, Umweltbe-dingungen an, und wir nennen ihn unseren besten Freund.
Daher ist es so verwunderlich, wie wenig die Menschen eigentlich über den Hund wissen. Es existieren und überdauern eine Menge „Legenden“ darüber wie Hunde zu erziehen, zu strafen seien, über hündische Kommunikation, über Hundeverhalten, über ihre Bedürfnisse.
Diese Unkenntniss führt am Ende zu vielen Missverständnissen und falschem Umgang mit Hunden.
Mögliche Ursachen für zukünftige Probleme
"Züchter"
Zudem ist es erschreckend zu sehen, wieviele skrupellose "Züchter" aus reiner Gewinnsucht Hunde "fabrizieren". Die Tiere sind ihnen dabei vollkommen egal; es geht einzig und allein ums Geld. Daher bitte ich Sie vorsichtig zu sein, wenn ein sogenannter Züchter
- mehr als nur eine Rasse züchtet oder verkauft
- das Muttertier bei jeder Läufigkeit decken lässt (Alter der Mutter/Anzahl der Würfe alphabetisch, z.B. D-Wurf, wäre der 4. Wurf, alle Welpennamen beginnen mit D)
- die Welpen mit weniger als 8 Wochen von der Mutter trennt
- mit irgendwelchen Weibchen oder Rüden züchtet, bei der Auswahl der Elterntiere nur nach dem Aussehen geht, aber nicht nach ihrer Gesundheit (Erbkrankheiten z.B. Hüftdisplasie), und auch den Charakter der Elterntiere vollkommen außer Acht lässt. Verhalten und Wesen vererben sich auch! D.h. Angst und aggressives Verhalten haben u.a. auch genetischen Ursprung.
- Welpen unterschiedlichen Alters ha
- weder den Ort, wo die Welpen leben noch die Mutter zusammen mit den Welpen zeigt.
Generell seien Sie vorsichtig mit Geschäften, die Hunde und Katzen verkaufen. Viele von ihnen kaufen die Tiere bei dubiosen Händlern, die Welpen mit gefälschten Papieren aus Vermehrungsanstalten aus Osteuropa besorgen.
Außerdem würde kein verantwortungsvoller Züchter seine Welpen an Geschäfte oder Händler verkaufen. Lesen Sie sich das Dokument "Hundevermehrer" durch, um sich ein Bild von den grausamen Zuständen zu machen, unter denen dort Hunde vermehrt werden. Die Wahrscheinlichkeit ein Tier zu kaufen, das später gesundheitliche Probleme hat oder verhaltensauffällig ist, ist viel größer, als wenn sie einen Welpen bei einem seriösen Züchter kaufen. Bedenken Sie bitte, dass es solange solche Angebote geben wird, solange Nachfrage besteht.
Seien Sie bitte auch vorsichtig mit Privatleuten, die einfach nur mal so ihre Hündin haben decken lassen. Diese Leute wissen oft nichts über die korrekte Aufzucht und Pflege von Welpen. Sie wollen sich nur nebenbei etwas verdienen und kein Geld für die Welpenaufzucht ausgeben, daher geben Sie auch sehr häufig die Jungen unter 8 Wochen ab.
Vorsicht! Denn langfristig muss zuerst der neue Besitzer mit den Konsequenzen leben: kranker Hund, ängstlicher Hund, aggressiver Hund etc., etc., etc. Aber leider zahlt immer der Hund die letzte Rechnung: Er landet im Tierheim oder wird eingeschläfert.
Problematischer Hund verursacht durch den Besitzer
Ein anderer Grund, warum Hunde heutzutage zu Problemhunden werden, die man loswerden will, ist das total langweilige Leben, das viele Hunde führen müssen. Dreimal am Tag werden sie für eine Viertelstunde an der Leine um den Block geführt . Fertig. Verbleiben 23 ein Viertel Stunden, die der Hund möglichst unauffällig verbringen soll. Besonders tagsüber, wenn die Besitzer arbeiten, ist der Hund genötigt, Stunden über Stunden totzuschlagen . Das Entwickeln von unerwünschtem Verhalten ist vorprogrammiert.
Ein anderer Grund ist, dass viele Menschen ihren Hund vermenschlichen. Ein Hund ist und bleibt ein Hund, der nur wie ein Hund denkt, reagiert, kommuniziert. Nie wie ein Mensch ! Bitte hören Sie damit auf, das Verhalten Ihres Hundes aus menschlicher Sicht zu interpretieren!
Gebrauchshunderassen
Wie wird sich wohl ein Husky fühlen, dessen eigentliche Bestimmung es ist stundenlang einen Schlitten zu ziehen? Wie fühlt sich wohl ein Hütehund, der nicht stundenlang Schafe hüten kann? etc., etc., etc.
Die Lust zum Arbeiten tragen unsere Hunde in den Genen, denn die meisten Rassen wurden einst für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Jetzt aber erwartet man von ihnen Zufriedenheit durch Nichtstun.
Sind meine Lebensumstände wirklich mit den Ansprüchen der Rasse vereinbar, deren Aussehen ich so schön finde?
Soziales Lebewesen
Ein Hund ist ein soziales Lebewesen (genau wie der Mensch). Von Natur aus braucht er den Kontakt zu seiner Gruppe. Er würde freiwillig nicht alleine leben.
Ein Hund leidet, wenn er stundenlang alleine gelassen wird, eingeschlossen in einer Wohnung oder auch in einem Garten, ohne Kontakt zu irgendeinem anderen Lebewesen. Das Alleinsein führt dann häufig aus Stress, Frustration oder Langeweile zu auffälligem, für den Besitzer "problematischen" Verhalten.
Anschaffung eines Hundes
Fragen, die Sie sich vor der Anschaffung eines Hundes stellen sollten!
Folgende Fragen sollten Sie mit JA beantworten:
- Bin ich bereit, die nächsten ca. 15 Jahre mein Leben mit einem Hund zu teilen? (Hunde sind soziale Lebewesen, die den Kontakt zu ihrem Menschen brauchen. Einen Hund zu haben, um ihn dann an eine Kette zu legen, sein ganzes Leben lang in einen Zwinger zu sperren, ist grausam. Wenn ich human bin, tue ich das nicht!)
- Bin ich bereit, möglicherweise viel Geld für die Gesundheit meines Hundes zu bezahlen, d.h. ihn regelmäßig zum Tierarzt zu bringen?
- Bin ich bereit, viel Zeit mit dem Hund zu verbringen um seine Grundbedürfnisse – z.B. tägliche Spaziergänge, Beschäftigung für Kopf und Nase – zu erfüllen?
- Bin ich bereit Zeit und vielleicht auch Geld für die Erziehung des Hundes zu investieren?
- Bin ich bereit ein angemessenes Hundehotel für meinen Hund zu bezahlen, wenn ich in Urlaub fahre?
- Wenn ich einen Welpen kaufe: Bin ich bereit zu akzeptieren, dass das Tierchen monatelang brauchen wird um seine Ausscheidungen zu kontrollieren und dass es u.U. eine ganze Menge Dinge zerkauen wird, wenn ich es alleine lasse?
Was man vor einem Kauf bedenken sollte:
- Wie sind meine Lebensumstände? Wohnung, Haus, Garten, Stadt, Land etc. und daher
- Welcher Hund passt zu meinen Lebensumständen - Größe des erwachsenen Tieres, Temperament des Hundes, Wesensmerkmale der Rasse, Bedürfnisse der Rasse (zu welchem Zweck wurde einst die Rasse gezüchtet?)
- Wie alt bin ich, wie kräftig bin ich, werde ich den erwachsenen Hund physisch kontrollieren können (wieviel wird der Hund dann wiegen?)?
- Bin ich eventuell schon zu alt für einen Welpen? Das Tier könnte älter werden als ich.
- Warum will ich überhaupt einen Hund?
Allgemeine Ratschläge:
- Kaufen Sie niemals einen Hund spontan, weil Sie ihn in gerade in einem Schaufenster gesehen haben und er so süß aussieht. Die Entscheidung für einen Hund sollte immer gut durchdacht sein.
- Kaufen Sie niemals einen Hund, weil Ihre Kinder unbedingt einen haben wollen. Derjenige, der sich um den Hund kümmern muss, sind Sie. Außerdem wird ein Hund ein Kind unter 15/16 Jahren niemals als Chef akzeptieren. Alle Verantwortung, die Erziehung des Tieres wird Ihre Verpflichtung sein. Außerdem existieren in den einzelnen Provinzen Vorschriften über das Führen eines Hundes. Demnach müssen Hunde von einem Erwachsenen geführt werden. Geht ihr Kind alleine mit dem Hund spazieren, müssen Sie neben einem Strafzettel von der Stadt auch fürchten, dass im Falle eines Unfalls keine Versicherung den Schaden übernehmen wird.
- Bevor Sie einen Hund kaufen, fahren Sie doch in einem Tierheim vorbei. Sie sind voll von nicht mehr gewollten Hunden jeden Alters, jeder Rasse, Größe, Mischung.
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